RETHINK FINANCE & BANKING

Nächste Session vom 16. - 17. Oktober 2019 im Best Western Hotel Lichtenwalde

 

Finanzdienstleistungen im Jahr 2030

 

Am 16. und 17. Oktober treffen sich zum vierten Mal Vorstände, Geschäftsführer und Innovationschefs von Finanzdienstleistern aus dem DACH-Raum zu einer Strategiesitzung des ThinkTanks „Rethink Financial Services“. Sie findet im sächsischen Mittweida statt auf Einladung des Vorstands der dortigen Volksbank, Leonhard Zintl, und des CEO des 2b AHEAD ThinkTanks, Jan Berger.

Unsere Strategiesitzung im Frühjahr dieses Jahres warf die Frage auf, welche Finanzdienstleistungen in zehn Jahren überhaupt noch von Konsumenten wahrgenommen werden. James Hoefnagels, 2b AHEAD Research Fellow, führte in den letzten sechs Monaten an die dreißig Interviews mit Innovationschefs von Banken in Europa und China, sprach mit Internetkonzernen, Technologieanbietern und Gründern. Seine Interviews wurden von einem Team von Researchern und Strategieberatern bei 2b AHEAD ausgewertet und verdichtet. Die Ergebnisse erscheinen uns klar: Banken und Versicherungen werden zunehmend in den Hintergrund des Bewusstseins von Konsumenten treten.

 

Was Fintechs in den letzten 20 Jahren immer wieder aufs Neue demonstriert haben, ist, dass Finanzen so einfach sein können! Daran haben sich Nutzer gewöhnt und wollen in Zukunft mehr davon – ob es das Auslösen von Zahlungen mit einer Berührung ist (PayPal), der automatisierte Wechsel von Anbieter zu Anbieter (mint) oder unproblematische Online-Identifikation (idnow). Diese Unternehmen haben den Nutzern auf die Finger geschaut und für den Kunden lästige Wege, Prozesse, Formulare, Einschränkungen usw. abgeschafft und es ihnen einfach nur einfach gemacht. Vor allem aber sind die Fintechs (anders als die meisten Filialbanken und -versicherer) dorthin gegangen, wo ihre Kunden sind – in soziale Netzwerke, digitale Handelsplätze, Supermärkte, Entertainment-Plattformen. In 2018 hat Tencents WeChat ein tägliches Transaktionsvolumen von einer Milliarde US-Dollar überschritten – ohne dass auch nur eine Bank daran irgendetwas mitverdient hätte! Und der Service startete kaum 4 Jahre vorher!

 

Fintech war gestern – was kommt morgen?

 

All das können Banken und Versicherer jedoch noch verkraften. Einige wähnen sich in Sicherheit, weil sie eine „Coopetition“-Strategie mit Fintechs fahren. Allein, das wird nicht ausreichen, ihre Zukunft zu sichern. Was Fintechs in den letzten 20 Jahren geleistet haben ist Peanuts im Vergleich zu dem, was sich am Horizont zusammenbraut. Nicht Tausende kleiner Fintechs mit pfiffigen Lösungen werden das Finanzwesen durcheinanderwirbeln, sondern die großen milliardenschweren Tech-Konzerne, die heute schon mehrere hundert oder tausend Millionen Nutzer weltweit haben.

 

Wir haben uns insbesondere die neuen Anwendungsfälle sogenannter Distributed Ledger Technologien angeschaut. Was ihnen zugrunde liegt ist eine Lateralisierung oder Vernetzung von Beziehungen. Wenn es früher noch ganz in zentralistischer Manier hieß: „Mein Auto, mein Haus, meine Bank“, dann wird es morgen nur noch „meine Freunde, mein Netzwerk, meine Werte“ heißen. Der Mittelsmann Bank kommt darin nicht mehr vor. Unsere Studie wird beschreiben, wie Kunden von morgen die meisten Banken oder Finanzdienstleister nicht mehr wahrnehmen werden. Bot-gesteuerte Algorithmen in persönlichen Assistenten wie Alexa oder „OK, Google!“ werden diese Schnittstelle besetzen. Und schon haben wir Abermillionen und Milliarden von Nutzern, die alle irgendwie miteinander interagieren, aber Sicherheit ihrer Transaktionen voraussetzen. Und hier ist ein Netzwerk verteilter Register unglaublich schneller und sicherer als ein starres zentralisiertes Banken-IT-System, das Legacy aus den letzten 40 Jahren mit sich herumschleppt und gar nicht mit der nötigen Geschwindigkeit und Flexibilität auf Marktentwicklungen reagieren kann.

 

Und jetzt setzen wir noch die Möglichkeiten darauf, die DLT-basierte Währungen bieten. Ich rede hier nicht von den ersten Pionierversuchen wie Bitcoin oder Ether, die heute bestenfalls noch als Spekulationsobjekte dienen. Sondern von Stablecoins wie Facebooks Libra oder JP Morgans JPM-Coin. Zu Niedrigstprovisionen können bald weltweit Gelder hin- und her transferiert werden. Für Abermillionen Wanderarbeiter weltweit ist dies eine Erlösung von Wucherprovisionen klassischer internationaler Transaktionsanbieter. Und multinationale Investitionsprojekte können mit einem Bruchteil der bisherigen Währungsrisiken auskommen.

 

Und wenn das nicht reicht: Initial Exchange Offerings – DLT-basierte und von Kryptowechselbörsen organisierte Währungsemissionen – basieren auf Technologien, die Ihr heutiges Bankkonto überflüssig machen können. Mit den gleichen Mechanismen können digitale Gefäße hergestellt werden, die Währungen auffangen und ausschütten können. Sprich: das „Blockchain-Bankkonto“, das eben nicht mehr ein digitales Konto ist, das mit einem traditionellen Bankkonto oder einer Kreditkarte hinterlegt wurde. Und wenn Sie sich jetzt überlegen, dass zu nahezu 100% aller Fälle Privatkunden- und Geschäftsbanken in einen Kundenkontakt treten, weil Kunden über ein Konto ihr Bedürfnis befriedigen, Zahlungen zu empfangen und zu tätigen, werden Sie verstehen, dass die Banken von morgen vielleicht Facebook, Walmart, Binance oder Bittrex heißen werden. Und dass wir möglicherweise Zehntausende Kryptowährungen im Umlauf haben werden, denen Menschen vertrauen! Nicht umsonst gehen manche Analysten davon aus, dass Retailbanken zumindest in den USA bis 2030 40% ihres Privatkundengeschäfts an Tech-Unternehmen verlieren werden.

 

Eine Scherenkrise ist im Gange

 

Wenn wir uns also anschauen, was Nutzer und Anbieter von Finanzdienstleistungen wollen, beobachten wir eine immer stärker klaffende Lücke. Ihre Interessenslagen bewegen sich auseinander. Viele Entscheider von Versicherungen und Banken versteifen sich darauf, Lobby zu betreiben, die Politik möge auf die (unabhängige!) EZB einwirken, die scheinbar ewig währende Niedrigzinsphase zu beenden. Das erweckt zwar den Anschein, die Zukunft tradierter Finanzdienstleister zu sichern. Allein: Im besten Falle würde das für einige Jahre das Einlagengeschäft sichern. Nur interessiert das die Kunden sehr wenig.

 

Zukunftsorientierte Versicherungen und Banken werden vom Siegeszug der Fintechs und Internetkonzerne lernen und sich von der Vorstellung trennen, dass sie auch in Zukunft davon leben können, Universalanbieter vom Bankkonto über Depothalter bis zum Kreditgeber für Dutzende Darlehensarten zu sein. Den allermeisten Kunden sind Bankprodukte völlig egal! Sie wollen eine Reise, ein Studium, ein Haus, Gesundheit… und die Sicherheit haben, dass sie sich damit nicht verheben. Warum sollten einige Banken also nicht einfach nur Produkte entwickeln, deren Namen keine Kundin kennen wird und die integriert in Tausende anderer Services sind? Warum sollte eine Sparkasse an der Küste oder eine Volksbank in den Alpen nicht ein Urlaubsdienstleister sein, der Hunderte von urlaubsnahen Gewerken von Tagesausflügen, Übernachtungen, Reparaturen in Ferienwohnungen, Kinderbetreuung usw. zwischen Tausenden einander nicht kennenden Personen vermittelt und für eine sichere Verteilung von Geldern sorgt? Kann eine Versicherung in einer Unistadt nicht zur lebenslangen Begleiterin und Lebensplanerin (und -finanziererin) für dortige Studierende werden, die vierzig Jahre später in zehn unterschiedlichen Städten und Ländern gelebt haben werden? All diese Möglichkeiten sind heute gegeben! Diese Chancen müssen nur ergriffen werden wollen.

 

Immer öfter hören wir von Banken- und Versicherungschefs, dass sie nicht wollen, dass die Daten, auf denen Banken heute sitzen, morgen von Google und Amazon genutzt werden. „Die müssen bei uns bleiben!“ Mit dieser Einstellung haben sie aber ihren Beruf nicht verstanden! Kein Banker hätte vor 50 Jahren argumentiert, dass das Geld, das die Kunden ihm geben, in der Bank verbleiben müsse. Das Gegenteil war ja der Fall! Es wurde in Umlauf gebracht und von einigen bitteren Pleiten abgesehen meist erfolgreich vermehrt. Wenn Kunden einer Bank also das Vertrauen schenken, dass sie alle Kontenbewegungen analysieren darf (zugegeben, noch nicht alle wollen das!), dann weiß die Bank besser als Google oder Amazon Bescheid, worin ihre Kunden den Sinn ihres Lebens sehen, wieviel ihnen schöne Erlebnisse mit Partner oder Partnerin, die Bildung ihrer Kinder, ihre Gesunderhaltung oder Entertainment wert sind. Google kann das nur abschätzen. Eine Bank oder eine Versicherung kann das wissen! Und wenn Kunden ihr dieses Vertrauen schenken, dann erwarten sie, dass ihre Daten in Umlauf gebracht, auch mit Amazon oder Facebook verantwortlich geteilt werden und dass der Finanzdienstleister ihres Vertrauens ihnen dabei hilft, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu führen und auch zu finanzieren.

 

Was tun?

 

Wie also sollen sich Finanzdienstleister für die Zukunft wappnen? Diese Frage wird in der Strategiesitzung von Rethink Financial Services am 16. und 17. Oktober erörtert. James Hoefnagels, 2b AHEAD Researcher und Autor der Studie, die wir im Herbst veröffentlichen werden, wird deren bisherige Ergebnisse einem ausgewählten Kreis von Entscheidern und Innovatoren aus der Finanzwirtschaft vorstellen. Experten aus drei Kontinenten, die im Verlauf der Studie interviewt wurden, werden den Teilnehmern dieser Sessions ihre Sicht auf Financial Services 2030 geben. Sven Damm, Direktor bei 2b AHEAD wird Sie durch ein Backcasting aus dem Jahr 2030 ins Hier und Jetzt führen und gemeinsam mit Ihnen Strategieempfehlungen für Ihre Branche entwickeln. Auch diese Ergebnisse werden in unsere Studie einfließen. Jan Berger, CEO von 2b AHEAD und Leonhard Zintl, Vorstand der Volksbank Mittweida werden Sie durch beide Tage begleiten.

 

Wenn Sie Interesse daran haben, an dieser Sitzung unseres ThinkTanks teilzunehmen und auch das nächste Studienprojekt mit ihren Fragen zu inspirieren, dann bewerben Sie sich hier um einen der verbliebenen Plätze!

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Experte

Lior Zaks – Krypto-Pionier aus Silicon Wadi

 

Lior Zaks ist seit 2010 Early Adopter und begeisterter Botschafter virtueller Währungen sowie der Distributed Ledger Technologien und forscht über Geldtheorien und Kryptowährungen an der Universität Tel-Aviv.

 

Darüber hinaus war er als Strategic Business Developer für ein bedeutendes Blockchain-Supply-Chain-Leitprojekt tätig, ist Berater bei weiteren Top-Blockchain-Projekten und als ausgewiesener Experte, der auch eine breite, praktische Praxiserfahrung in einer innovativen Zukunftsbranche mitbringt, ein gefragter Speaker.

 

Vor allem aber verfügt Lior über einen tiefgehenden technologischen Hintergrund, den er als Oberstleutnant in der J6/C4I & Cyber Defense Direktion der Israel Defense Forces erworben hat, und besitzt außerdem eine umfangreiche juristische Erfahrung, die er als Anwalt für mehrere der zehn führenden israelischen Anwaltskanzleien unter Beweise gestellt hat.

 

Lior ist ein Querdenker, der eine Leidenschaft für bedeutende Veränderungen hat, die zu einem nachhaltigen und wertvollen Wachstum führen.


Wissenschaftlich begleitet durch...

 

 

 

Jan Berger

CEO, 2b AHEAD ThinkTank



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