Szenario

Das Wort ‘Szenario ist wahrscheinlich der am stärksten missbräuchlich verwendete Begriff der Zukunftsforschung.

Was heute üblicherweise als Szenario verstanden wird, ist eigentlich eine Diskussion über eine Reihe von Zukunftsmöglichkeiten anhand von gesammelten Daten und Analysen. Eine solche Diskussion über Zukunftsforschung ist durchaus zulässig und sollte durchgeführt werden, stellt aber kein Szenario dar. 

Wir verwenden diese Methode bei:

Was ist ein Szenario?

Ein geeignetes Szenario ist eine deskriptive, schriftliche Erzählung mit plausiblen Kausalzusammenhängen, die einen zukünftigen Zustand mit der Gegenwart verbindet und gleichzeitig die wichtigsten Entscheidungen, Ereignisse und Konsequenzen in der gesamten Untersuchung veranschaulicht. Es ist ein qualitativer Körper, der Projektionen und Vorhersagen enthält und gleichzeitig spezifische Kontextwerte liefert.   

In der Regel werden Szenarien mit einem bestimmten Zeithorizont und Thema versehen, wie beispielsweise “Soziale Marktwirtschaft im Jahr 2035". Ein Szenario ist keine einzelne Vorhersage oder Prognose, sondern eine Möglichkeit, viele Aussagen über die Zukunft zu bündeln. Es sollte so anschaulich sein, dass man die Probleme, Herausforderungen und Chancen, die ein solches Umfeld mit sich bringen würde, klar erkennen und verstehen kann.  Ein Szenario ist keine Vorhersage oder spezifische Prognose an sich; es ist vielmehr eine fundierte Beschreibung dessen, was geschehen könnte und wie es aus der Gegenwart hervorgehen könnte.  Szenarien beschreiben Ereignisse und Trends, wie sie sich entwickeln könnten. Als solche existieren sie selten allein, sondern eher als Teil eines komplementären Systems von Szenarien. 

Herman Kahn, Systemstratege und Futurist, argumentiert, dass Szenarien danach beurteilt werden sollten, ob sie den Entscheidungsträgern helfen können, Entscheidungen bereits heute zu treffen, und nicht nach der Frage, ob sie sich als richtig oder falsch herausstellen. ''Gute'' Szenarien sind: 

  • 1.

    Plausibel (ein rationaler Weg von hier nach dort, der kausale Prozesse und Entscheidungen verdeutlicht)

  • 2.

    Innerlich konsistent (alternative Szenarien sollten sich mit vergleichbaren Fragestellungen befassen, damit sie verglichen werden können)

  • 3.

    Ausreichend interessant und attraktiv, um die Zukunft "real" genug zu machen, sodass strategische Handlungsansätze herausgearbeitet werden können.

Was also tun?

Da die Zukunft nicht vorhergesehen werden kann, lehnen die meisten Zukunftsforscher und Experten die Vorstellung ab, dass die Planung anhand eines einzigen "wahrscheinlichsten" Zukunftsbildes durchgeführt werden sollte. Vielmehr sollte eine Reihe von Szenarien, beziehungsweise sich verändernde oder anpassungsfähige Aspekte, künftiger relevanter Entwicklungen in Betracht gezogen werden. 

Der Zweck von Szenarien besteht darin, eine systematische Erforschung, Schaffung und Prüfung konsistenter alternativer Zukunftswelten zu ermöglichen. Diese sollten eine möglichst breite Palette künftiger Gegebenheiten umfassen, mit denen die Welt möglicherweise konfrontiert sein könnte. Szenarien können dazu beitragen, langfristige politische Maßnahmen, Strategien und Pläne zu entwickeln, die die gewünschten und wahrscheinlichen Zukunftsbedingungen zusammenzuführen. Der Prozess deckt meist auch Unwissenheit auf. Er kann zeigen, dass wir nicht wissen, wie wir zu einer bestimmten Zukunft gelangen können oder dass diese Zukunft praktisch nicht realisierbar ist. Darüber hinaus dienen Szenarien dazu, Hypothesen in den Vordergrund zu rücken. Sie funktionieren als Werkzeug, um diese Hypothesen zu diskutieren, zu testen und vielleicht neu zu bewerten. 

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